Einzelausstellung Abraham war Optimist

Eine Bildreportage über jüdische Identität und jüdisches Leben im heutigen Deutschland, begleitet von Briefen eines Weisen, eines weltoffenen Rabbiners, der mit einzigartigem Charisma beeindruckt, und von Texten eines jungen Juden, der einen Monat nach der deutschen Wiedervereinigung geboren wurde, sowie Portraits jüdischer Gemeindemitglieder, die jweils für sich selbst sprechen.

William Wolff war Landesrabbiner von Mecklenburg-Vorpommern. 1927 in Berlin geboren, emigrierte er mit seinen Eltern zunächst nach Amsterdam und schließlich 1939 nach London. Nach über 68 Jahren kehrte er als Rabbiner nach Deutschland zurück. Er verstarb am 08.07.2020 in England.

Die Ausstellung ist ein Plädoyer für die jüdische Kultur, die weder an ein Land noch an eine Sprache gebunden ist, sondern, wie William Wolff schreibt, einzig an eine Lebensweise und die dadurch ein so einzigartiges und verletzliches Gebilde ist. Würde sich kein Mensch mehr mit ihr beschäftigen, sie leben und erhalten, würde sie von selbst untergehen. William Wolff pflegte, unterstütze und baute diese jüdische Kultur in Mecklenburg-Vorpommern als Rabbiner und Seelsorger wieder mit auf, damit sie nicht aus dem öffentlichen Bewusstsein verschwindet. Und es sind die Menschen in den jüdischen Gemeinden, die nach Holocaust und staatlich verordnetem Atheismus die jüdische Kultur wieder bewusst leben wollen und damit die deutsche Gesellschaft bereichern. Die Texte, die den Fotos zugeordnet sind, stammen aus Predigten und Briefen von William Wolff, die für die Gemeindemitglieder ins Russische übersetzt wurden. Sie erzählen von Geschichte und Identität, von (Über-)Lebenskraft und der Freude als dem schönsten Geschenk. Einige Texte sind von Gemeindemitgliedern, die ihre persönliche Geschichte und Gedanken selbst aufgeschrieben haben. Die Bilder sind fotografische Momentaufnahmen aus den Jahren 2009 und 2010, und 2018.

Die Veranstaltung findet im Rahmen des Themenjahres 1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland statt.